Autor: Arne Teubel

Unterschiedliche Wege verfolgen und lehren

Die chinesische Kultur ist von vielen Denkrichtungen geprägt, die sich gegenseitig beeinflusst haben. Auch wenn die Mehrheit der chinesischen Bevölkerung offiziell keiner Konfession angehört, bedeutet das nicht, dass die meisten Chinesen Atheisten sind. Doch die Glaubens- und Denkrichtungen jedes einzelnen sind fließend. In China kann man durchaus einen buddhistischen Tempel besuchen, sonst aber nach taoistischen Maßstäben leben und ganz traditionell die Ahnenverehrung pflegen.

Die selbstgebaute Utopie

Seltsame Steinfiguren ragen über den Rasen in einem Waldstück in der chinesischen Provinz Guizhou. Sie stammen von Song Peilun, einem Künstler, Karikaturisten und ehemaligen Professor, der vor 20 Jahren seinen Job an der Uni kündigte, um seine eigene Utopie zu erbauen.

Leben mit dem Tod

In ihrem Buch „Letzte Dinge“ beschreibt die Sinologin Maja Linnemann, dass sich mit der Industrialisierung, Modernisierung und dem «Triumph von Wissenschaft und Technik» in China das Sterben im 20. Jahrhundert immer mehr aus Alltag, Familie und Dorfgemeinschaft in Krankenhäuser und Altenheime verlagert habe. In den modernen chinesischen Metropolen des 21. Jahrhunderts ist der Tod heute kaum noch präsent.

Buchtipps –
„Der Asienschock“ und „Faszination China“

Urs Schoettli hat sich in seinem Buch «Der Asienschock», erschienen bei NZZ libro, mit der Wandlungsfähigkeit Chinas auseinandergesetzt sowie mit dem neuen Nationalismus und Machtgefüge, aber auch mit Generationenkonflikten und Problemen bei der Wohlstandssicherung. Pascal Nufers Buchtitel «Faszination China» ist durchaus ernst gemeint. Besonders haben es ihm die Menschen in dem vielschichtigen, komplexen Land angetan. Sie haben ihm ihre Türen geöffnet und gezeigt, wie sie wohnen und leben, was in China als höchster Vertrauensbeweis gilt.

Die digitale Transformation

Der Schweizer Unternehmensberater Dr. Daniel Fasnacht erörtert, warum chinesische Anbieter von digitalen Plattformen so erfolgreich sind und dass wir künftig mit ihnen, auch als Mitnutzer unserer Daten rechnen müssen. Dass Chinas Erfolge vielen Menschen Angst machen, ist bekannt, doch was genau tut China eigentlich, wovor wir Angst haben könnten?

Zhongwei, eine handgemachte Oase

Als der gebürtige Zhongweier Tang Ximing nach dem Studium in seine Heimat im Autonomen Gebiet Ningxia zurückkehrte, erkannte er die bedrohliche Lage in der Landwirtschaft und begann 2013 sein ambitioniertes Projekt, Freiwillige für den Kampf gegen die Bodenerosion zu rekrutieren. Jetzt engagieren sich größtenteils Bauern aus umliegenden Dörfern, um die natürlichen Ressourcen wie Boden, Vegetation, Wasser wieder für die Region zurückzugewinnen.

Frei wie ein Vogel

Die Fotografin und Reisejournalistin Isabella Bird besuchte Ende des 19. Jahrhunderts China und fuhr den Yangzi entlang. Mit ihren aufsehenerregenden Berichten und Bildern dieser Reisen veränderte sie die westliche Sicht auf das Reich der Mitte. Bird ging als mutige Abenteurerin, Entdeckerin und Naturforscherin in die Geschichte ein, sowie als eine Frau, die für ihre Zeit einen untypischen Lebensplan konsequent verfolgte.

Fluss des Himmels

Die Tang-Dynastie gilt als goldenes Zeitalter der chinesischen Poesie, denn zu keiner anderen Zeit gab es so viele gute Dichter und so zahlreiche bis zum heutigen Tag überlieferte Gedichte. Zu den berühmten Dichtern dieser Zeit gehören Li Bai (701–762) und Du Fu (712–770).

Mehr als eine glückliche Fügung
Spiritualität im modernen China

Wenn sich zwei Gleichgesinnte, wie die Fotografin Stefanie Schweiger und die Schriftstellerin Phoebe Hui in China auf die Suche nach uralter Weisheit, alternativer Medizin und religiösen Glaubensrichtungen machen, bringen sie im besten Fall einzigartige Erfahrungen mit Schamanen, Einsiedlern, Kräuterkundigen und Feng Shui-Meistern mit. Die auf der Reise entstandenen Texte und Fotos sind zwischen zwei Buchdeckel gelangt, zwischen denen sie nichts von den einzigartigen Entdeckungen im Reich der Mitte verloren haben. In „The Magic of Yuanfen“ sind all die mystischen Orte in China und Begegnungen mit modernen Magiern versammelt.

Qianziwen Der 1000-Zeichen-Klassiker

Nach ihrer preisgekrönten Übersetzung des chinesischen Klassikers „Die Reise in den Westen“, an der Eva Lüdi Kong 17 Jahre gearbeitet hatte, hat sie 2018 ein weiteres ambitioniertes Werk nachgelegt und den chinesischen „1000-Zeichen-Klassiker“ ins Deutsche übersetzt. Entstanden war der Text im 6. Jahrhundert am Hof des Kaisers Wu, der für seine Prinzen ein Lehrbuch wünschte. Über viele Jahrhunderte wurde es in China weiterhin für den Unterricht genutzt. Seine Zeichen sind mehr als nur (Schrift-)Zeichen. Sie stellen Himmel und Erde, Jahreszeiten und Phänomene der Natur, die Geschichte der Menschen, sowie Regeln für ihre Lebensführung dar.