Kategorie: Artikel 2020

Zhongwei, eine handgemachte Oase

Als der gebürtige Zhongweier Tang Ximing nach dem Studium in seine Heimat im Autonomen Gebiet Ningxia zurückkehrte, erkannte er die bedrohliche Lage in der Landwirtschaft und begann 2013 sein ambitioniertes Projekt, Freiwillige für den Kampf gegen die Bodenerosion zu rekrutieren. Jetzt engagieren sich größtenteils Bauern aus umliegenden Dörfern, um die natürlichen Ressourcen wie Boden, Vegetation, Wasser wieder für die Region zurückzugewinnen.

Frei wie ein Vogel

Die Fotografin und Reisejournalistin Isabella Bird besuchte Ende des 19. Jahrhunderts China und fuhr den Yangzi entlang. Mit ihren aufsehenerregenden Berichten und Bildern dieser Reisen veränderte sie die westliche Sicht auf das Reich der Mitte. Bird ging als mutige Abenteurerin, Entdeckerin und Naturforscherin in die Geschichte ein, sowie als eine Frau, die für ihre Zeit einen untypischen Lebensplan konsequent verfolgte.

Fluss des Himmels

Die Tang-Dynastie gilt als goldenes Zeitalter der chinesischen Poesie, denn zu keiner anderen Zeit gab es so viele gute Dichter und so zahlreiche bis zum heutigen Tag überlieferte Gedichte. Zu den berühmten Dichtern dieser Zeit gehören Li Bai (701–762) und Du Fu (712–770).

Mehr als eine glückliche Fügung
Spiritualität im modernen China

Wenn sich zwei Gleichgesinnte, wie die Fotografin Stefanie Schweiger und die Schriftstellerin Phoebe Hui in China auf die Suche nach uralter Weisheit, alternativer Medizin und religiösen Glaubensrichtungen machen, bringen sie im besten Fall einzigartige Erfahrungen mit Schamanen, Einsiedlern, Kräuterkundigen und Feng Shui-Meistern mit. Die auf der Reise entstandenen Texte und Fotos sind zwischen zwei Buchdeckel gelangt, zwischen denen sie nichts von den einzigartigen Entdeckungen im Reich der Mitte verloren haben. In „The Magic of Yuanfen“ sind all die mystischen Orte in China und Begegnungen mit modernen Magiern versammelt.

Qianziwen Der 1000-Zeichen-Klassiker

Nach ihrer preisgekrönten Übersetzung des chinesischen Klassikers „Die Reise in den Westen“, an der Eva Lüdi Kong 17 Jahre gearbeitet hatte, hat sie 2018 ein weiteres ambitioniertes Werk nachgelegt und den chinesischen „1000-Zeichen-Klassiker“ ins Deutsche übersetzt. Entstanden war der Text im 6. Jahrhundert am Hof des Kaisers Wu, der für seine Prinzen ein Lehrbuch wünschte. Über viele Jahrhunderte wurde es in China weiterhin für den Unterricht genutzt. Seine Zeichen sind mehr als nur (Schrift-)Zeichen. Sie stellen Himmel und Erde, Jahreszeiten und Phänomene der Natur, die Geschichte der Menschen, sowie Regeln für ihre Lebensführung dar.

Einfach mal anders denken!

Der französische Philosoph und Sinologe François Jullien gilt als einer der bedeutendsten Kenner Chinas. In seinen zahlreichen Essays und Abhandlungen beschreibt er unter anderem die chinesischen Strategien, die Ästhetik des Denkens und stillen Wandlungen. Höchste Zeit, so meint der Autor jetzt, diese Fäden, die er in lebenslanger Beschäftigung mit chinesischer Denkweise und Sprache zusammengetragen hat, einmal miteinander zu verbinden. Sein Buch „Vom Sein zum Leben“ versammelt in einer Art Lexikon auf einmalige Weise Konzepte des europäischen und chinesischen Denkens.

Von Kaurimuscheln zum mobilen Payment

Das Geld hat in der Geschichte Chinas einen weiten Weg hinter sich gebracht, der bis heute andauert. Ob Muscheln, Metallmünzen oder Papier – der Materialwert des Zahlungsmittels hat nichts mit dem realen Wert des Geldes zu tun. Es galt und gilt als Tauschmittel sowie als Maßeinheit und steht stellvertretend für Vermögen. Ein kurzer Einblick in die Historie des Geldes zeigt, wie es sich entwickelt hat und wie es heute verwendet wird.

Digital, mobil, global und in Echtzeit

Der Schweizer Unternehmensberater Daniel Fasnacht gründete 2018 die EcosystemPartners AG und leitet heute am Business Engineering Institute St. Gallen, einem Spin-off der Universität die forschungsnahe Beratung. Dabei werden Firmen aus dem Finanzsektor unterstützt, Lösungen für digitale Strategien und gemeinsame Geschäftsmodelle zu entwickeln. Im Interview gibt Daniel Fasnacht eine fundierte Einschätzung, wie sich die Bedeutung des Geldes zu verändern beginnt, wie die digitalen Bezahlsysteme in China funktionieren und welche Rolle China für Finanzdienstleistungen und Handel weltweit einnehmen könnte.

Handwerk oder Kunst? Literarisches Übersetzen aus dem Chinesischen

Einen Roman oder ein Gedicht in einer fremden Sprache zu lesen, ist schon eine Herausforderung. Viel bequemer ist es, sich einem Text in der eigenen, vertrauten Sprache zu nähern, entspannt und ohne Wörterbuch. Doch während der Originaltext als Kunst angesehen wird, firmiert die Übersetzung immer noch eher als Handwerk. So werden Übersetzer als Nachdichter gehandelt, nicht als Neuschöpfer. Doch gerade bei der bildhaften chinesischen Sprache vollbringen sie das Wunder, stimmige Entsprechungen in der deutschen Sprache zu finden und einen vollmundigen Text für die Leser zu kreieren.

»Sprecht doch aus, was euch unter den Nägeln brennt!«

Das 19. und jüngste Konfuzius-Institut in Deutschland wurde 2017 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als gemeinsames Projekt mit der Beijing Language and Culture University eröffnet. Von Anfang an dabei ist Katja Yang, die in Würzburg und Peking Sinologie studiert und zum Thema »Sozialer Wandel und politische Einstellungen im städtischen China der Gegenwart« promoviert hat. Im Gespräch macht sie deutlich, wie wichtig es ihr ist, ein differenziertes Bild von China zu zeigen und dies in den öffentlichen Veranstaltungen des Instituts gemeinsam mit dem Bonner Publikum zu diskutieren.